Das regionale Internet-Magazin
Bemerkenswert
  • Bemerkenswerte Leserbriefe in der britischen Zeitung "The Guardian" machen derzeit im Netz die Runde. Hier die übersetzten Texte: "Keine Frau… Mehr …

Nürburgring (ots/art) – Wegen akuter Terrorgefahr wurde das seit Jahrzehnten beliebte und weltweit bekannte Festival „Rock am Ring“ (RaR) heute in den frühen Abendstunden unterbrochen. Wie das Koblenzer Polizeipräsidium dazu mitteilte, habe der Veranstalter von RaR in enger Abstimmung mit den Sicherheitskräften den heutigen Festivaltag vorzeitig beendet. Hintergrund sind demnach „konkrete Hinweise, aufgrund derer eine mögliche terroristische Gefährdung nicht auszuschließen ist“. Derzeit laufen Ermittlungen mit Hochdruck. Genaue Hintergründe konnte die Polizei zunächst noch nicht nennen.

Die Festivalbesucher reagierten zunächst enttäuscht auf die Ankündigung von Marek Lieberberg, dass das Festivalgelände vorerst geräumt werden müsse. Lieberberg rief die Fans zur Besonnenheit auf und machte auch aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: „Ich könnte kotzen“, meinte der Chef der Konzertagentur. Doch die Sicherheit stehe an erster Stelle und eine Gefährdung von Festivalbesuchern müsse in jedem Fall soweit wie möglich ausgeschlossen werden, heißt es in einer Pressemeldung der Polizei. Nachdem eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden sofort alle notwendigen Maßnahmen getroffen und beschlossen, das Festival für diesen Tag auszusetzen.

Mit Blick auf den jüngsten Anschlag auf eine Konzertveranstaltung in Manchester wurde bereits im Vorfeld das Sicherheitskonzept für Rock am Ring modifiziert und die Zahl der Einsatzkräfte deutlich auf rund 1.200 erhöht. „Wir nehmen alle Hinweise und alle Verdachtsmomente sehr ernst und gehen diesen intensiv nach“, erklärte die Polizei dazu. Die Polizei hat ein Bürger-Infotelefon geschaltet. Die Telefonnummer lautet 0800 65 65 65 1.

„Ihr macht das super“ lobte das zuständige Polizeipräsidium in Koblenz auf Twitter die Besonnenheit, mit der die Festivalbesucher der Aufforderung nachkamen, das Gelände in Richtung der Ausgänge und der Campingplätze zu verlassen. Ein Festivalbesucher twitterte „Wir gehen jetzt alle zurück zu den Zelten, Angst hat hier niemand und Panik ist auch nicht ausgebrochen“. Dennoch dürften vor allem die Fans der Metal-Band „Rammstein“ enttäuscht sein, die heute Abend als vorläufiger Höhepunkt erwartet worden war. Marek Lieberberg hatte am Abend auf der Bühne angekündigt, man werde noch „mit Rammstein reden“.

Wie Festivalbesucher berichten, „ist die Stimmung sehr friedlich, die Leute haben eigentlich ganz gute Laune“. Auch wenn viele wegen geplatzter Auftritte „natürlich sehr gefrustet sind, wissen wir natürlich alle, dass der Veranstalter nichts dafür kann“. Die Festivalgäste warten auf Nachrichten der Konzertagentur, um zu erfahren, wie es weitergeht. Einzelne, so wird berichtet, seien aber wohl schon auf dem Heimweg.

Wie die Koblenzer Polizei jetzt twitterte, werden am Lindnerkreisel am Zelt des THW Shuttlebusse eingesetzt, die die Besucher zur Turnhalle, Eisbergstraße 3, 53520 Müllenbach, fahren.

Marek Lieberberg selbst blieb bei einer Pressekonferenz am Abend weniger friedlich. In einem Video von der PK, das auf Facebook kursiert, ist zu sehen, wie sich der Chef der Konzertagentur heftig darüber beschwert, dass im Fall Rock am Ring die Bereitstellung und der Einsatz von 1200 Polizeibeamten und Sprengstoffsuchhunden offenbar nicht ausreiche, das Gelände für sicher zu erklären, während etwa beim Fußball im Fall Borussia Dortmund trotz Terroranschlag schon am Folgetag wieder hätte gespielt werden dürfen. „Warum sind wir die Prügelknaben für die Situation?“, fragte er und fügte hinzu: „Ich bin der Meinung, es muss Schluss sein mit ‚This is not my Islam, this is not my shit, this is not my whatever‘!“ Vielmehr sei jetzt der Augenblick, „wo sich jeder Einzelne dagegen artikulieren muss“, forderte Lieberberg.

„Ich möchte endlich mal Demos sehen, die sich gegen diese Gewalttäter richten“ so Lieberbergs Plädoyer. „Ich habe bisher noch keine Moslems gesehen, die zu Zehntausenden auf die Straße gegangen sind und gesagt haben: Was macht ihr da eigentlich?“ Mit Blick auf die Diskussion um so genannte „Gefährder“ meinte Lieberberg: „Wir zahlen den Preis für den Skandal im Falle Amri.“ Dass der echauffierte Konzertmanager damit vor allem die Vorurteile der rechten Szene beim Thema Flüchtlingsfrage bediente, wird zum Teil auch in den Kommentaren zum Video deutlich.

Wie die Koblenzer Polizei jetzt mitteilte, will der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz am Samstag um 11 Uhr am Nürburgring zu den Ereignissen Stellung nehmen. Inzwischen heißt es Medienberichten zufolge, dass es offensichtlich Verdachtsmomente um Personen gab, die als Mitarbeiter auf dem Festivalgelände tätig waren. Demnach soll die Polizei zwei Mitarbeiter eines Subunternehmens verhört haben, berichtet etwa die „Bild“-Zeitung. Auf „tagesschau.de“ heißt es, dass nach Informationen der ARD in Koblenz zwei verdächtige Personen festgenommen worden seien, die im Besitz von Helfer-Ausweisen gewesen sein sollen. Einer der Festgenommenen soll laut tagesschau.de mit einer Person verwandt sein, die wegen Terrorverdacht in Haft sitzt.

(Wird aktualisiert)

Anzeigen

Terminkalender
Juni 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930EC
Archiv

Werbung



Grafikstudio Scheck



Haag Medien

Werbung auf @propos
@propos bietet interessierten Anzeigenkunden vielfältige Möglichkeiten, für ihr Unternehmen und ihre Produkte bzw. Dienstleistungen zu werben. Die aktuellen Mediadaten mit Konditionen und Preisen für eine Werbeanzeige können hier heruntergeladen werden.
Fragen werden gerne beantwortet unter werbung@a-pro-pos.info oder per Telefon unter 02608-944581.
Blog Traffic

Pages

Pages|Hits |Unique

  • Last 24 hours: 673
  • Last 7 days: 4.219
  • Last 30 days: 20.265
  • Online now: 3