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Montreal. (red) Mit der Verabschiedung eines Kalenders gemeinsamer Aktionen zur Bekämpfung von Armut und Ungerechtigkeit in der Welt ist das Weltsozialforum in Montréal nach vier Tagen am Sonntag zu Ende gegangen.

Gemeinsam mit Partnerorganisationen hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac zu einem gemeinsamen Aktionstag gegen Steueroasen aufgerufen. Mit einer eindrucksvollen Demonstration und in rund 1.500 Workshops, Seminaren und Konferenzen haben die mehr als 15.000 Teilnehmenden aus allen Teilen der Welt ihren Willen bekräftigt, den Traum von einer besseren Welt zu verwirklichen. Erstmals fand ein Weltsozialforum in einem Industriestaat der nördlichen Hemisphäre statt.

„Dieses bunte und vielfältige Forum in Montréal war wirklich ein überzeugender Beweis, dass der Widerstand gegen den weltweiten Sozialabbau, gegen die drohende Klimakatastrophe und die Gefährdung der Demokratie gewachsen ist“, sagt Carolina Sachs, Mitglied im Attac-Rat. Das Weltsozialforum habe auch in diesem Jahr gezeigt, dass die Forderung nach einer besseren Welt aktueller denn je sei. „Im Gegenteil, immer mehr wird die Forderung nach einem Systemwechsel deutlich“, erklärt Hugo Braun, Mitglied im International Council des Weltsozialforums und im Attac-Koordinierungskreis.

Kritik an Visapolitik der kanadischen Regierung

Durch die strikte Visapolitik der kanadischen Regierung wurde die Teilnahme von zahlreichen Persönlichkeiten aus dem Globalen Süden verhindert. Mit über 230 Ablehnungen waren dies etwa 70 Prozent der Visaanträge. Unter den Betroffenen auch Aminata Traoré aus Mali, Kandidatin für die Nachfolge des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon. „Diese Tatsache ist offensichtlich politisch motiviert“, meint Hugo Braun. „Die Wahl eines liberal geltenden Regierungschefs garantiert offensichtlich noch keine Freiheit menschlicher Begegnungen.“

Attac: „Entwaffnet die Finanzmärkte“

Die gemeinsamen Veranstaltungen des weltweiten globalisierungskritischen Netzwerks Attac umfassten unter dem Motto „Entwaffnet die Finanzmärkte“ Themen wie den Klimawandel, Steuergerechtigkeit und den Widerstand gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP. Attac war mit Gruppen aus Togo, Spanien, Marokko, Frankreich, Kanada, Japan, Argentinien, Tunesien und Deutschland vertreten.

Attac ist eines der acht Gründungsorganisationen des Weltsozialforums, welches im Jahr 2001 erstmals in Porto Alegre stattfand.

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