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Feierstunde im Limburger Rathaus mit hoher Auszeichnung (v.l.): Ingrid und Gerd Isselbächer, Saskia Pietzsch vom Deutschen Wetterdienst, Erster Kreisbeigeordneter Helmut Jung und Stadtrat Gerhard Stamm.

Limburg (red). Seit 40 Jahren notiert der Staffeler Gerd Isselbächer die Auswirkungen des Klimas auf die Entwicklung der Pflanzen. Seine Beobachtungen stellt er dem Deutschen Wetterdienst zur Verfügung. Für sein kontinuierliches ehrenamtliches Wirken ist Gerd Isselbächer nun im Limburger Rathaus mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden.

„Ich bin durch eine Anzeige in der Zeitung auf die Aufgabe aufmerksam geworden“, erzählte Gerd Isselbächer im Rahmen der Verleihung und der damit verbundenen Feierstunde. Das war vor 40 Jahren. Seitdem dreht sich in Isselbächers Leben vieles um die Phänologie, um die im Jahresverlauf periodisch wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen der Pflanzen. Rund 1.200 ehrenamtliche Beobachter des Deutschen Wetterdienstes sind mit solchen Beobachtungen und deren Aufzeichnungen beschäftigt. Mit der Blüte der Haselnuss im Vorfrühling beginnt die Beobachtungsphase, die mit dem Nadelfall der Lärche im Spätherbst endet.

Bis zu 168 Beobachtungen können in einem Jahr notiert werden, die immer zum Jahresende an den Deutschen Wetterdienst geschickt werden. Einige phänologische Beobachter sind auch sogenannte Sofortmelder, die Beobachtungen ausgewählter Phasen direkt an den Wetterdienst melden. Da die Entwicklung der Pflanzen maßgeblich vom Klima gesteuert wird, lassen sich Klimaveränderungen anhand langer Datenreihen sehr gut erkennen. So beginnt z. B. der Frühling seit Ende der 1980er Jahre häufig früher und die Winter werden wärmer.

Dies bestätigen auch die Gerd Isselbächer Beobachtungen in seinem Wohnort in Staffel und der Umgebung. Was sich im Umkreis von fünf Kilometern an Wachstum und Entwicklungen abspielt, das berücksichtigt er.

Neben der Klimaforschung ist die Landwirtschaft naturgemäß der Hauptnutzer der phänologischen Beobachtungen. Um den Verlauf von Pflanzenkrankheiten und -schädlingen vorhersagen zu können, benötigt der Deutsche Wetterdienst aktuelle Angaben zur Pflanzenentwicklung. Diese agrarmeteorologischen Prognosen sind eine wichtige Beratungshilfe im Rahmen des umweltschonenden Pflanzenbaus.

Gerd Isselbächer arbeitet seit 1977 als phänologischer Beobachter. In seiner bisherigen Laufbahn hat er insgesamt 6.269 Beobachtungen an den Deutschen Wetterdienst weitergeleitet, die unverzichtbarer Bestandteil der agrarmeteorologischen Beratung im Landkreis Limburg-Weilburg waren und sind.

Saskia Pietzsch vom Deutschen Wetterdienst überreicht die Auszeichnung an Gerd Isselbächer.

Für seine ehrenamtliche Tätigkeit wurde er nun in feierlicher Runde im Limburger Rathaus ausgezeichnet. Stadtrat Gerhard Stamm begrüßte in Vertretung von Bürgermeister Dr. Marius Hahn neben Gerd Isselbächer auch dessen Frau Ingrid und den Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Jung. Die von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehene Auszeichnung überreichte Saskia Pietzsch von der Abteilung Agrarmeteorologie des Deutschen Wetterdienstes. Die Auszeichnung für die geleistete Arbeit verband sie mit der Hoffnung, dass Isselbächer dem Deutschen Wetterdienst noch einige Jahre als phänologischer Beobachter erhalten bleibt.

Erster Kreisbeigeordneter Helmut Jung dankte Isselbächer für seine wertvolle Arbeit, die in der Bevölkerung oftmals nicht mehr wahrgenommen wird. Umso wichtiger erscheint es, Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren. Auch Gerhard Stamm zollte dem ehrenamtlichen Engagement für die Wetterbeobachtung Anerkennung als wichtigem Dienst für das Gemeinwohl.

Isselbächer bewarb sich vor 40 Jahren aufgrund einer Anzeige als phänologischer Beobachter, für die Pflanzenwelt interessiert er sich schon viel länger. Der Staffeler hatte schnell die Zusage im Briefkasten, sodass er loslegen konnte. Das war vor 40 Jahren und 6269 schriftlich eingereichten Beobachtungen an den Deutschen Wetterdienst.

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