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München. (red) Angesichts der klaren Ablehnung des Vertrags über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat ifo-Präsident Clemens Fuest vor einem harten Brexit gewarnt und beide Seiten dazu aufgefordert, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.

„Ein harter Brexit mit seinen riesigen Kosten muss vermieden werden. Beide Seiten sollten nun zurückkehren an den Verhandlungstisch und das Abkommen so modifizieren, dass es für beide Seiten akzeptabel ist. Alles andere wäre ein nicht akzeptables Politikversagen.“

Der ifo-Forscher Gabriel Felbermayr hält die Ablehnung des Brexit-Deals durch das Unterhauses für verständlich. „Das Nein der britischen Abgeordneten zum Trennungsabkommen ist absolut nachvollziehbar, weil es das Vereinigte Königreich auf den Status einer Handelskolonie herabstufen würde. Es gewinnt keine handelspolitische Autonomie; zudem wird seine territoriale Integrität in Frage gestellt.“

Felbermayr fügte hinzu: „Eine aufgewertete Zollunion, in der London mitsprechen kann, in Kombination mit zusätzlichen bilateralen Verträgen nach Schweizer Vorbild, kann die Lösung für die verfahrene Situation sein.“ In einem Aufsatz zum Brexit erklärt Felbermayr außerdem: „Beim Schweizer Modell würde das Land zwar aus der Politischen Union ausscheiden, aber eine enge Zusammenarbeit auf so vielen Politikfeldern wie möglich würde durch eine Vielzahl an bilateralen Abkommen erreicht. Zentraler Ankerpunkt sollte eine weitere Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs an der europäischen Zollunion sein, wobei es bei handelspolitischen Entscheidungen weiter mitreden sollte. Diesen Weg halten wir für gangbar und gesichtswahrend. Zudem hat dieser Vorschlag den unübersehbaren Vorteil, dass er auch eine Lösung für die Türkei und für weitere Länder an der europäischen Peripherie darstellt.“

Das Vereinigte Königreich sollte aber auch die ökonomischen Realitäten akzeptieren und die großen handelspolitischen Herausforderungen gemeinsam mit der EU angehen anstatt getrennt von ihr. Die EU als großer Marktplatz stelle einen Mehrwert für seine Mitglieder wie für die weiteren Teilnehmer bereit, und eine Vergrößerung dieses Marktplatzes ist im Interesse aller Beteiligten.

Die EU wiederum sollte mit ihrem politischen Dogma der vier Freiheiten brechen und flexiblere Integrationsmöglichkeiten bieten, die z.B. die Personenfreizügigkeit ausklammern. „Die vier Grundfreiheiten, darunter die von vielen Briten kritisch gesehene Personenfreizügigkeit, sind lediglich ein politisches Dogma und nicht ableitbar aus der ökonomischen Theorie“, sagt Martin Braml, Ko-Autor des Diskussionsbeitrags zum Brexit. „Sowohl Freihandel (freier Güter- und Dienstleistungsverkehr) als auch Faktormobilität (freier Personen- und Kapitalverkehr) sind jeweils ein hinreichendes Argument für Markteffizienz und bedingen sich keineswegs gegenseitig.“Dies böte auch Chancen zur wirtschaftlichen Integration weiterer Länder, mit denen eine politische Union aktuell unrealistisch erscheint. Dazu zählen neben der Schweiz die Türkei, Serbien, und in der fernen Zukunft vielleicht sogar die Ukraine oder gar Russland.“

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